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Innenraumgestaltung Ludwigskirche Saarbrücken

 

Die Ludwigskirche soll im Sinne des Wiederaufbaus, im Sinne Friedrich Joachim Stengels, im Sinne des ihr innewohnenden Baugedankens vollendet werden: „denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthaeus 18:20)

Die Ludwigskirche hat viele Veränderungen erfahren müssen, durch Zerstörung erzwungene und auch freiwillige durch Anpassung an Nutzungsansprüche, wie bereits 1885 durch den Rückbau der sogenannten Geschlechterstühle. Noch in der Zeit um 1950 konnten an der Beseitigung dieser 26 Geschlechterstühle beteiligte Menschen persönlich davon berichten, dass eine in allen Seitenschiffen der Kirche entlang der Wand umlaufende Innenwand aus weiß gestrichenen Holzelementen mit sehr filigranen Fenstern gleich einer Glaswand in den Kirchenraum hineingestellt war und die Treppenaufgänge zu den Emporen nicht in Erscheinung traten. Es waren Zonen zum Besinnen, zur Andacht, zum Beten einzelner Menschen mit sehr funktionalen Nutzungsanforderungen, mit Bibliotheken und Auslagen, so wie in der Frauenkirche zu Dresden nach deren Wiederaufbau heute zu sehen.

Dieses wunderbare ursprüngliche Motiv der Geschlechterstühle möchten wir wieder aufleben lassen, nicht nur, weil es von ihrem Erbauer so erdacht wurde oder lediglich als Beleg für die Nutzungsorientiertheit des Ursprungsbauwerkes im vorgenannten Sinn, sondern weil damit die Erfüllung aller heutigen räumlichen und technischen Funktionen möglich wird. Durch eine, in Anlehnung an die historischen Geschlechterstühle sehr zurückhaltend modern interpretierte innere Schale aus weiß abgestimmten Stahl, Holz und –Glaselementen sind weit mehr als nur die bisher gewünschten Anforderungen zu erfüllen.  Der Sockelbereich dieses Elementes kann die gesamte Kirchenheizung aufnehmen.

Auf den Innenseiten ergeben sich hinter den Sockelheiznischen regalartige Stauräume, Lagerräume für Gestühl und sonstiges, sowie Ab- und Auslageflächen für Bücher und Prospekte, die auch als Schreibflächen zu nutzen sind, ebenso wie für alle erforderlichen technischen Einrichtungen und Steuerungen von Licht, Ton oder Lüftung.

Die Glasflächen über diesem Sockelbereich wirken wie Glasvitrinen mit fensterartigen Kommunikationsöffnungen für die Kirchenhüter in und an denen Ausstellungen flexibel installiert werden können.

Die Windfänge treten durch Integration nicht mehr wie derzeit in Erscheinung. Es entstehen Vorzonen für Besichtigungen, Ausstellungen, Veranstaltungen, die bei großen festlichen Anlässen als bankfreie Flächen genutzt werden können.

Gestalterisch bewirkt dieses neue und alte Raum im Raum – Konzept nicht nur eine „Beruhigung“ visueller und akustischer Art, sondern vor allem auch eine wesentliche Hervorhebung des Gottesdienstraumes, verbunden mit einer Trennung von Funktionen ohne gegenseitige Ausgrenzung von Nutzungseinheiten.

So kann im Westflügel hinter der Kanzel ein Raum für die Gemeindearbeit im Anschluss an eine Sakristei hinter der neuen Glaswand organisiert werden, der durch Drehung von einigen bestehenden Sitzbänken und der Installation eines einfachen farblich behutsam weiß abgestimmten Holztisches dezent in den Gesamtraum integriert sein wird.

In unserem vorgeschlagenen Innenraumkonzept entsteht kein Bedarf für eine Umnutzung dieses sicherlich liebgewonnen und geschätzten Raumangebotes für besondere Anlässe.

Entsprechend dieser neuen Nutzungsvielfalt sollte die Ausleuchtung des Innenraumes eine komplette Neuordnung erfahren. Mit den neuen Geschlechterstuhlbereichen rundum kann eine indirekte Beleuchtung aus nicht sichtbaren LED- Strahlern über den Deckenkonsolen installiert werden, die den Raum aus sich heraus leuchten und lichttechnisch inszenieren lassen.

Einzig das Auge Gottes kann dem Baugedanken Stengels folgend eine direkte Lichtquelle sein.

 

Mehrfachbeauftragung 2016

Auftraggeber: Evangelische Kirchengemeinde

Foto: Büro AltFoto: Büro Alt

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